Kurz nachgefragt bei lamiacucina

Robert Sprenger - lamiacucina Als wir das erste Mal auf lamiacucina aufmerksam wurden, suchten wir gerade nach Pasta und Co. im Internet. Wer lamiacucina kennt, der weiß, dass Robert unbestritten ein Pasta-Fan ist – und er gibt es selbst auch zu. Und von den 1000 verschiedene Pasta-Sorten, möchte er am liebsten alle mal ausprobieren. Für uns gibt es nur noch eine Pasta-Sorte: Die lamiacucina-Pasta. Den jedes Mal, wenn Robert eine neue Sorte ausprobiert, machen wir es nach! Auch wenn das die Anschaffung eines ulkigen Gerätes erfordert. Wir haben ihn gefragt, wer er ist, was er mag und was ihn beschäftigt. Robert hat geantwortet; ehrlich, charmant, sympathisch und auf keinen Fall abgehoben! Nett, eben.

Ich koche weil…
Aus Hingabe und Begeisterung. Die Verpflichtungen, die mit beinahe täglichen Beiträgen einhergehen, geben mir zudem eine Tagesstruktur, verzögern den Alterungsprozess, übertünchen vordergründig die fortschreitende Vereinsamung im Alter.

Lafer, Lichter, Schuhbeck und Co. sind für mich…
Gestalten aus der Mottenkiste. Seit 5 Jahren besitze ich keinen Fernseher mehr.

Gnocchi di Castagne

Gnocchi di Castagne

Geschmack ist…
Geschmackssache

Ich möchte mal gerne kochen für…
Erster Gedanke, Katharine (nicht Audrey) Hepburn. Da ich aber nicht für Tote kochen möchte, dann halt Fredy Girardet, den grössten Schweizer Koch aller Zeiten, was ganz einfaches.

Am liebsten koche ich…
Pasta, handgemacht in allen Arten. Von den über tausend italienischen Pastasorten habe ich bereits etwa 20 Sorten selbst gefertigt. Es liegt noch viel Arbeit vor mir.

Zum Essen trinke ich am liebsten…
Rotwein, nur noch vom Besseren, von einem, der nicht im Schatten gewachsen ist.

Der Trick beim perfekten … ist …
Tricks kommen aus der Zauberkiste, ich ziehe es vor, der Frage nachzugehen, warum etwas gelingt oder nicht gelingt; wenn ich das raushabe, ist es erklärbar und für mich kein Trick mehr.

Mama hat immer gesagt…
Wer das Ei nicht streicht, wird niemals reich. (Ich habe mich nie daran gehalten).

Albondigas

Albondigas

Ich sage immer…
Zuhause habe ich das schon besser gegessen

Was ich eigentlich gar nicht mag, ist…
Wenn ich an der Zubereitung eines Gerichtes scheitere.

Das ging mal voll in die Hose…
Das tut es hin und wieder, dann muss ich es alleine aufessen.

Männer/Frauen sind die besseren Köche weil…
Talent, Freude und Umstände machen den Koch, die Köchin; das hat mit dem Geschlecht nichts zu tun.

Mein Lieblingsblog ist…
Einer nur ? Anonyme Köche

Infos über mich
Hinter dem Blog lamiacucina verbirgt sich keine Organisation mit Pressesprechern, Pressemappen und dergleichen, lamiacucina (meine Küche) bin ich, Freizeitkoch, Freizeitfotograf, Freizeitblogger, in unserm 2-Personenhaushalt Mädchen für alles. Mein Name: Robert Sprenger, pensionierter Chemie-Ingenieur, Schweizer, Jahrgang 1943,
Als ich im Jahre 2007 meinen Blog lamiacucina ins Leben rief, ahnte ich nicht, welche positive Resonanz meine fast täglichen Beiträge und Rezepte hervorrufen würden. Inzwischen sind es 2000-3000 Besucher, die täglich in meinen Blog schauen.

Crostata di Arance

Crostata di Arance

Wie ich zum Bloggen kam:
Ende Januar 2007 habe ich meinen eigenen Blog mit täglichen Beiträgen gestartet. Der Einstieg war zu Beginn leicht, konnte ich doch auf rund 30, zuvor elektronisch gespeicherte Rezepte zurückgreifen. Nach einem Monat bin ich dann erwacht, musste mich neu organisieren, ein Konzept zurechtlegen. Bei täglichen Beiträgen (warum ich mir das auferlegt habe, weiss ich auch nicht) dreht sich naturgemäss rasch das halbe Leben um den Blog. Obwohl ich mir das heute noch nicht eingestehe. Keine Ausreise, kein Restaurantbesuch, kein Besuch in der Buchhandlung oder auf dem Markt ohne die stetige Suche nach etwas Verwertbarem. In meinem Blog bediene ich verschieden Rubriken, wie etwa Küchenkrempel, Geheimnisse der Kochkunst, Aufgespiesst, Gourmandisen (kleine Mümpfeli), am Sonntag besuche ich die Schweiz, schön geordnet nach Postleitzahlen, vor allem aber koche ich, und das durchschnittlich 5 mal die Woche. Kochen, Fotografieren, Schreiben tue ich alles alleine. Der tägliche Produktionsdruck führt aber dazu, dass ich selten etwas zweimal kochen kann. Wenn meine Frau kocht, hält sie sich schadlos, indem sie sich ausschliesslich ihrer “Klassiker” bedient, Gerichte, die sie seit Jahren immer wieder gerne kocht, die ich schon längst verbloggt habe.

Senfei

Senfei

Wie ich arbeite:
Ich besuche Freizeitkochkurse, um mein Repertoire zu erweitern. Ich koche meistens an den Wochenenden und Mittags, weil meine Fotos mit Tageslicht besser geraten. Anfänglich fotografierte ich mit einer kleinen Kompaktkamera, mittlerweile habe ich aufgerüstet, ich besitze jedoch weder Beleuchtungshilfen noch Fotostudio. Beruflich hatte ich mit Kochen oder Lebensmitteln nie etwas zu tun. Mit dem Schreiben der Beiträge beginne ich erst, wenn ich die Fotos vor mir sehe. Ich brauche einen optischen Anstoss, damit ich darauf einen Text schreiben kann. Meist Nachmittags und Abends. Den Fernseher habe ich eingemottet und Zeitungen überfliege ich nur noch.

Wie ich an neue Kochideen komme:
Wer kreativ ist, dem fliegen immer Ideen zu. Und wenn der Nachschub stottert, hole ich ihn mir aus dem Internet, aus Büchern oder aus Rezeptkarten meiner Frau. Dauerblogger will ich nicht werden. Irgendwann werde ich mich wieder vom Produktionsdruck befreien und ganz einfach aufhören. Drum ist es mir wichtig, keine bezahlte Werbung zu machen. So bin ich jederzeit unabhängig.

Was ich sonst noch tue:
Mein liebstes Vergnügen: täglich bei der „Konkurrenz“ reinzuschauen, was Neues vorliegt. Ich sehe heute einem Rezept rasch an, ob es für mich taugt, ob es mir schmeckt, unabhängig vom Kochstil oder der Qualität der Fotos. Auch wenn ich nicht alles nachkochen kann und will: dort lerne ich täglich hinzu !. Das sind mehrere Dutzend Blogger/innen, die, zum Teil seit Jahren, auf hohem Niveau kochen und schreiben. Auf TV-Köche (Schuhbeck, Linster, Duttenhofer, Lafer) war ich vor Jahren dauerabonniert. Heute schau ich nicht mehr hin, diese Formate haben sich totgelaufen. Etwas, was auch den Kochblogs früher oder später widerfahren wird.

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7 Kommentare

  1. Erstellt am 11. April 2010 um 00:46 | Permanent-Link

    Ein interessantes Interview und ich hoffe, dass Robert dem “Produktionsdruck” noch lange stand hält.

  2. Wortteufel
    Erstellt am 11. April 2010 um 09:41 | Permanent-Link

    Lamiacucina – täglicher Genussquell und Kochinspiration. Danke für das feine Interview.

  3. Erstellt am 11. April 2010 um 10:09 | Permanent-Link

    Sehr interessant. Erschreckend, wenn Robert schreibt, dass er irgendwann einfach aufhören wird. Ne, bloß nicht.

  4. Erstellt am 11. April 2010 um 21:49 | Permanent-Link

    Klasse Interview! Das wollte ich schon immer wissen.

  5. Erstellt am 12. April 2010 um 10:39 | Permanent-Link

    Gute Idee dieses Interview und ein sehr interessanter Gesprächspartner.

  6. Erstellt am 13. April 2010 um 16:57 | Permanent-Link

    Robert ist ausgesprochen charmant, das durfte ich schon im real life erfahren :-)

  7. Ulla
    Erstellt am 2. Mai 2010 um 11:16 | Permanent-Link

    Hoffe auch, dass Robert nicht aufhört. Einer der Kochblogger, den ich nicht aus dem vielfälltigen Angebot nach einer gewissen Zeit aussortiert habe!
    Duttenhofer/Meuth nehme ich für mich auch heraus, aus der Masse der TV-Köche.

Ein Trackback

  1. Von Donnerstag, 8. April « lamiacucina am 11. April 2010 um 05:01

    [...] übrigens: Wer den Kopf zu den Karotten sehen will, findet bei Kochen mit Liebe ein Interview mit mir unter dem Titel Kurz nachgefragt. [...]

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