
Wer die Wahl hat, hat die Qual! Die Spargelsaison hat gerade so richtig Fahrt aufgenommen und das Angebot auf den heimischen Märkten schießt in die Höhe. Auch in den namenhaften Koch-Magazinen wird ein Spargel-Rezept nach dem anderen angepriesen. Die Restaurants bieten ebenso unterschiedliche Kreationen an, wie Teller für die Gäste über den Thresen gehen. Das Spektrum an Ideen reicht von klassisch bis kreativ über gehoben bis hin zu extravagant. So fielen bei uns drei Gerichte in die engere Auswahl: (1) Spargelcremesuppe, (2) Rigatoni mit Spargel und Weißwein-Sahnesauce und (3) Spargel-Risotto mit Schweinefilet im Speckmantel. Per Abstimmung auf Facebook viel letztendlich die Entscheidung auf das Schweinefilet. Aber es kam anders…
Bei unserem Haus- und Hofmetzger ist es gerade am Samstagmorgen RAPPELVOLL – die Betonung liegt auf Rappelvoll . Da gerät schonmal etwas durcheinander, wenn man das nicht konsequent im Griff hat. Daher muss man hier eine Nummer ziehen. Jawohl, wie im Bürgerbüro. Man möge nun meinen, unser Metzger ist ja schlimmer wie ein Beamter. Nein, nein, der ist voll ok und hat immer einen guten Tipp auf Lager. Ein Vorteil bei diesen Nümmerchen ist, dass man gut abschätzen kann, wann man dran ist und eventuell nebenan im Obst- und Gemüsemarkt oder beim Aldi noch die eine oder andere Besorgung machen kann. An diesem Samstagmorgen zogen wir die Nummer L86 – auf dem Display stand noch L61. Also noch gute 25 Personen vor uns. So gingen wir zum Gemüsehändler und holten schonmal Spargel, Tomaten und was sonst noch so auf unserem Zettel stand.
Als wir wieder das Metzgergeschäft nach guten 20 Minuten betraten, zeigte das Display die Nummer L66 – also gute fünf Personen in 20 Minuten. Unvorstellbar, aber es war wirklich so. Zum Glück hatten wir vor kurzen noch einen Tipp von einem sehr guten Metzger bekommen. Also entschlossen wir uns, diesen anzusteuern. Auch hier warteten wir… 10 Minuten… 20 Minuten… bis letztendlich nach 30 Minuten an der Reihe waren. “Schweinefilet ist heute leider aus!”
Hinüber die Träume vom zartrosa gebratenem Schweinefilet, dem sämigen Risotto mit dem bissfesten Spargel! Klar, wir hätten noch durch halb Münster gurken können und einen weiteren Metzger suchen können, aber die sind in der westfälischen Hauptstadt rar. Und die Fleischabteilung in den Supermärkten schenken wir kein vertrauen. Und so sind wir auf dieses Gericht ausgewichen. Kein Lückenbüßer. Keine Notlösung. Ein vollwertiger Ersatz! Kocht es nach, probiert es aus und ihr werdet sehen.
für 2 Personen
- 250 gr. Rigatoni
- 500 gr. frischen, weißen Spargel
- 200 gr. Sahne
- 1/4 L Weißwein
- evtl. 100 ml Gemüsebrühe
- 2 kleine Schalotten
- 1 kleines Stück Parmesan
- 1 – 2 EL Mehl
- Butter, Salz, Pfeffer, Zucker
1 Es empfiehlt sich, vorab schonmal zwei Töpfe mit Wasser für die Rigatoni und den Spargel auf zu setzen und dann mit den kleinschnibbeln der Schalotten zu beginnen. Der Spargel wird geschält und in ebenso große Stücke wie die Rigatoni geschnitten.
2 Wir nehmen einen guten Esslöffel Butter und bringen diese in einer großen Pfanne (28 cm) bei mittlerer Temperatur zum schmelzen (Die Butter soll ja nicht verbrennen, sondern für Geschmack sorgen). In der zerlassenen Butter werden nun die Zwiebeln sanft angedünstet.
3 Mit dem Mehl bestäuben wir nun die Zwiebeln und verrühren alles mit einem Schneebesen, bis sich ein Klumpen Mehl-Zwiebel-Butterschwitze gebildet hat. Nun lösen wir diesen Klumpen mit der schluckweisen Zugabe von Weißwein und etwas Brühe auf. Genau, wie bei einer Bechamelsauce.
4 Anschließend geben wir den Becher Sahne hinzu und rühren alles gut durch. Das ganze sollte nun ein wenig einkochen. Mit Salz, Pfeffer und Zucker nach belieben abschmecken. Wem das zum Schluss noch zu flüssig ist, sollte bedenken, dass der Spargel und die Pasta noch Flüssigkeit aufnehmen und die Stärke der Nudeln auch noch ihr übriges dazu beitragen. Ansonsten kann man mit etwas zerriebenen Parmesan die Sauce etwas andicken.
5 Das Wasser sollte nun kochen und wir können die Pasta und den Spargel getrennt voneinander gar kochen. Währenddessen köchelt die Sauce vor sich hin.
6 Zuerst den Spargel – er sollte gut Biss haben – in die Sauce geben und anschließend die Pasta. Alles mit einander vermengen, kurz aufkochen lassen und gerecht auf zwei Teller servieren. Parmesan drüber und fertig.
Guten Appetit!

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5 Kommentare
Sieht ja klasse aus. Ich liebe einfache Pastagerichte.
Ja, das glaub’ ich gerne! Ich ebenso. Ein Hochgenuss ist eine Portion Pasta einfach mit Öl, Salz und Pfeffer!
sehr schönes foto – sehr schmackhaftes rezept. die pasta und der spargel sehen ja sehr zum verwechseln ähnlich aus … sehr passend
Ich weiss woher du die Idee hattest! ;-)
Ich hab das Rezept letztens spontan ausprobiert, als meine liebe Family zu Besuch kam. Bin zwar sonst nicht so ein Freund von Kochen mit Weißwein, aber das Gericht hat mich echt vom Hocker gehauen! Meine Liebsten konnten kaum glauben, dass das Menü tatsächlich aus meiner Küche stammte und nicht vom Italiener nebenan. Vielen, vielen Dank für das Rezept, es hat nen Ehrenplatz an meinem Kühlschrank