Wer seinen Burger, sein Steak oder seine Spare Ribs vom Grill veredeln möchte, sollte stets eine passende Sauce griffbereit haben. Auch zu einer BBQ- oder Grillsession mit Freunden an einem heißen Sommertag darf eine hervorragende Sauce nicht fehlen. Gerade wenn man auf BBQ-Saucen steht, der findet in den meisten gut sortierten heimischen Supermärkte ein großes Angebot – angefangen bei HP, über Jack Daniel’s, Bulls Eye oder mit etwas Glück bis hin zu Stubbs. Enthusiasten halten nichts von solchen Fertigsaucen und schwören auf die einzig wahre Heimarbeit. Unserer Meinung nach haben Fertigsauce durchaus ihre Daseinsberechtigung, aber wir wissen auch, dass selbstgemachte Saucen eine sehr gute bis unverwechselbare Alternative darstellen.
Eine Barbecue-Sauce herzustellen ist nicht schwer; Die meisten amerikanischen BBQ-Saucen, wie wir Sie kennen basieren auf Tomaten. Also werden wir auch damit beginnen. Reife, aromatische Tomaten in der Hauptsaison schmecken ja schon gut, aber ganzjährig würden wir immer auf passierte Tomaten und Tomatenmark zurückgreifen. Der Geschmack ist einfach noch intensiver und man weiß stets was man bekommt. Nun muss diese Basis noch veredelt werden und das geschieht ebenfalls mit einfachen Zutaten (Achtung! Das ist nun das Grundgesetz einer guten BBQ-Sauce):
- Süße (z.B. brauner Zucker, Ahornsirup, Honig)
- Säure (z.B. Essig, Zitrussaft, Wein)
- Schärfe (z.B. Chili, Cayennepfeffer)
- Tiefe (durch diverse Gewürze und Aromen)
- Persönlichkeit (z.B. Fruchtpürree, Kaffee, Wiskey, Raucharoma)
- Originalität und Gleichgewicht
Wer Kreativität, Erfindungsgeist und Experimentierfreudigkeit besitzt, der kann jetzt schon loslegen und sein eigenes Ding mixen. Wer sich nicht sicher ist und einen kleinen Anstoß benötigt, der liest weiter und lässt sich durch unseren Vorschlag inspirieren.
Also fangen wir an:
für 2 Portionen
- 500 gr. passierte Tomaten
- 1/2 Tube Tomatenmark
- 1 Zwiebel
- 2 EL brauner Zucker
- 2 EL Balsamico-Essig
- 1 Limette
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Pfirsich
- 1 – 2 EL Wiskey
- Salz, Pfeffer
- Gewürze, wie Kreuzkümmel, Chili, Paprika edelsüß
- 1 TL scharfer Senf
1 Zuerst benötigen wir ein tolles Röstaroma. Das gelingt leicht, in dem man die Zwiebeln klein hackt und andünstet. Anschließend den braunen Zucker mit den Zwiebeln karamelisieren lassen. Das duftet schon wunderbar – jedoch ist Vorsicht geboten; Zucker wird sehr heiß und brennt schnell an. Also rösten wir gleich noch das Tomatenmark mit an und löschen alles mit den passierten Tomaten ab. Gut verrühren.
Es wird nun alles köcheln und spritzen, also drehen wir die Hitze runter – bis aufs minimum. So können wir uns jetzt gezielt auf die anderen Zutaten konzentrieren.
2 Nun den Saft der Limette und den Essig hinzufügen. Den Knoblauch pressen wir in die Sauce und verrühren wieder alles gut miteinander. Jetzt lassen wir es ein wenig einkochen.
3 In der Zwischenzeit widmen wir uns dem Pfirsich; Diesen Schälen und in grobe Stücke rund um den Kern schneiden. In einem hohen Gefäss wird alles schön fein püriert.
4 Jetzt haben wir also Süße, Säure und etwas Tiefe durch die Zwiebeln und Knoblauch. Fehlt also noch was. Um der Sauce mehr Tiefe und Persönlichkeit zu geben, fangen wir an zu würzen: Das bleibt eigentlich jedem selbst überlassen. Ein guter Anfang ist Salz, Pfeffer und Chili – je nach Geschmack mild oder scharf. Weitere typische Gewürze wären Paprikapulver, Kreuzkümmel, Senf, Bockshorn, etc. Zum Schluss geben wir den Wiskey hinzu und rühren 1 – 3 Esslöffel Fruchtpüree unter.
5 Das ganze einmal kurz aufkochen lassen, umrühren, abschmecken, ggf. nachwürzen und abkühlen lassen!
Okay, checken wir nochmal kurz ab:
Wir haben durch den karamelisierten Zucker Süße. Der Essig und der Limettensaft verleiht unserer Sauce als Gegengewicht zur Süße etwas Saures. Die Schärfe erreichen wir durch Chili. Das ist schon gut, aber betont wird das Ganze durch diverse Gewürze, Knoblauch und Zwiebeln und verleiht dem Geschmack etwas Tiefe. Die Persönlichkeit erreichen wir durch die Zutaten, die man so nicht ganz erwartet: Pfirsich und Wiskey. Originalität und Gleichgewicht erreichen wir durch einen ausgewogenen Anteil der Zutaten und der heimischen Zubereitung.

Ob auf Wurst oder Garnelen...

...voll der Genuss!
Alles klar? Dann los! Viel Spaß beim ausprobieren! Feedback ist gewünscht. Oder besser: Habt ihr Erfahrungen mit eurer eigenen Sauce? Rein damit als Kommentar!
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6 Kommentare
Sehr schöner Artikel mit – wie immer bei Euch – tollen Fotos. Mir gefällt das Saucenrezept gut, wobei selbstgemacht Barbecue-Saucen für mich etwas Besonderes und nicht die Regel sind. Normalerweise reichen mir die gekauften.
Danke, mipi!
Klar, die gekauften reichen uns i.d.R. auch völlig! Gerade die Brown Sugar and Hickory von Bulls Eye ist ein Knaller! Andersrum macht es auch spass, seine eigene Sauce herzustellen.
Sehr lecker, sag ich da nur. Das Rezept werden wir so oder ähnlich ganz sicher mal probieren. Die Fotos sind wirklich klasse, weiter so.
Wir grillen zur Zeit sowieso ständig, da lohnt es sich auch eine Barbecue-Sauce selber zu machen.
Hi Chili,
ich würde beim nächsten Mal noch versuchen irgendwo Liquid Smoke von Stubb’s zu bekommen. Dann hat man noch das gewohnte rauchige an der Sauce!
Kompliment, das liest sich wahrlich gut!
Süße ,Säure ,Schärfe ,Persönlichkeit und Tiefe sind die Grundelemente der guten Zubereitung. Sehr gut erklärt, eben “Kochen mit Liebe”.
Sehr schön!
Das riecht schon gut wenn ich die Zwiebeln karamelisiere!
Ich liebe ja spare rips!
Das wär auch toll wenn ihr die mal herzeigt!!
MACHT WEITER SO!!
;-)