Pane con pomodoro e pinoli

Auf der eat ‘n style – eine Genussmittelaustellung – gibt es eine Menge zu naschen und probieren. Eigentlich aber immer wieder dasselbe; diverse Öle, Essige, Kräuter, unzählige Sorten Käse, Wurst, Weine, Spirituosen und Saucen. Allesamt werden zum Probieren angeboten mit einfachen Brotkrummen – bis auf die Spirituosen versteht sich. Alles nichts besonderes und schon hier und da schonmal gesehen, probiert, abgelehnt oder angenommen. Doch eine Sache fanden wir so überragend schmackhaft, dass wir es nicht nur gekauft, sondern auch nachgemacht haben bzw. unbedingt nachmachen mussten: Ein Bauernbrot mit italienischen Kräutern, Tomaten und Pinienkerne – Pane con pomodoro e pinoli. Wie das geht und wie es geworden ist, möchten wir heute mit euch teilen.

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“Brote backen” gehört nicht gerade zu unseren Stärken. Entweder werden sie zu trocken oder zu weich. Sind sie innen gerade gut, reißen sie an den Seiten auf und haben keine gleichmäßige Kruste. Und überhaupt: Es fehlt pfiff. Das gewisse etwas. Dabei haben wir schon viel probiert. Mit Vorteig, Brühstück, Sauerteig und und und – irgendwas ging immer daneben. Selbst bei Fertigmischungen aus den Supermärkten, waren die Brote nur ein leidiger Ersatz. Und nun wollten wir unbedingt dieses eine Brot perfekt hinbekommen? Bei diesem Versuch standen wir zudem vor Herausforderung, unser unzureichendes Wissen in der Brotherstellung zu kompensieren und genügend Kreativität in der Zubereitung zu beweisen, da es uns an einer Rezeptur fehlte.

Also ging es unseren unzähligen Kochbüchern und -zeitschriften an den Kragen. Wir haben geblättert und gesucht, gelesen und gestöbert, aber es war nichts passendes dabei. Als wir schlussendlich auch nach einer fast gescheiterten Suche via Google ans Aufgeben dachten, haben wir eine Anleitung gefunden, die sich als die perfekte Basis für unser Experiment herausstellte.

Überzeugt hat uns die Einfachheit und die vielen nützlichen Tipps, die uns einen großen Schritt weiter gebracht haben. Nun war es auch ein leichtes, mit ein wenig Kreativität die restlichen Zutaten zu bestimmen und “unser” Pane con pomodoro e pinoli zu backen.

Der Duft der während der Backzeit durch die Wohnung zog war herrlich und das Ergebnis war wundervoll und atemberaubend zugleich. Die Kruste war schön gleichmäßig gebräunt, richtig kross und leicht karamelisiert. An den Seiten ist nur minimal etwas aufgerissen und der Geschmack unbeschreiblich – es kam unserem Vorbild und unseren Vorstellungen sehr nahe – wir möchten fast behaupten, wir liegen gleichauf!

Dieser Versuch hatte viel Gutes. Wir haben gelernt, dass ein gutes Brot keine unbändige Aufgabe darstellt. Wieder mal haben wir gemerkt, dass man durch offenen Verstand und mit ein wenig Kreativität, bessere Ergebnisse erzielen kann, als sich streng nach einer Vorlage zu richten. Die Wohnung duftet und der Gaumen erfreut sich guten Geschmacks. Zudem ist es einfach ein gutes Gefühl, Erfolg zu haben in dem was man macht.

Zutaten
für 1 Brotlaib
  • 500 gr. Dunkles Weizenmehl (z.B. Type 1050)
  • 10 gr. frische Hefe
  • 300 ml lauwarmes Wasser
  • 1/2 EL Salz
  • 3 EL Pinienkerne
  • 1 gehäuften EL Tomatenmark
  • 1 EL gemischte Kräuter (Oregano, Basilikum, Thymian, Majoran, etc.)
  • 1 Tasse aufgebrühter Kaffee

1 Vorteig: Zuerst das Mehl in eine Schüssel geben und in die Mitte eine Mulde drücken. Darin die Hefe mit ca. 1/3 des Wasser vermischen und verdeckt gute 30 – 45 Minuten gehen lassen.

2 Nun den Vorteig mit dem restlichen Wasser, Salz und restlichen Zutaten zu einem glatten Teig verkneten, bis sich der Teig von dem Schüsselrand löst. Den Teig in der Schüssel mit einem Tuch bedecken und an einem warmen Ort weitere 30 Minuten gehen lassen.

3 Den Teig nochmal kurz kräftig durchkneten und zu einem Laib formen. Oval oder Rund – das ist egal. Auf ein Backblech legen (mit Backpapier ausgelegt) und mit etwas Kaffee bestreichen. Der Kaffee sorgt angeblich für eine schönere Kruste. Das haben wir ca. alle 15 Minuten wiederholt, um zu verhindern, dass die Teigoberfläche austrocknet. Zum Schluss den Teig leicht und schräg mehrmals einschneiden.

4 Ein tiefes Backblech auf die unterste Schiene in den Backofen schieben und auf 250 Grad vorheizen. Wasser zum kochen bringen.

5 Das Backblech mit dem Teig kommt auf mittlere Schiene. Das kochende Wasser direkt auf das unterste Backblech gießen, damit sofort Wasserdampf im Ofen entsteht und den Backofen schließen. Je nach gewünschtem Bräunungsgrad das Brot 40 Minuten backen. Das Brot ist fertig, wenn es beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.

Nach 30 Minuten war bei uns die Bräunung auf der Oberseite schon perfekt. Allerdings war die Unterseite noch recht weich. Wir haben die letzten 10 Minuten das Brot auf dem Kopf gebacken. Beim nächsten Mal, würde ich anstelle des unteren Backblechs eine feuerfeste Schüssel in den vorderen Bereich stellen, damit mehr Hitze direkt unter das Brot feuert. Wie man das besser macht, würden wir gerne von den erfahrenen Bäckern unter euch wissen.

Man kann den Grundteig – also ohne Kräuter, Pinienkerne und Tomatenmark – auch prima variieren. Anstelle dessen könnte man Pesto nehmen. Oder einfach Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne oder ähnliches.

Was sind eure Erfahrungen? Vielleicht habt ihr noch Tipps, was man verbessern könnte? Natürlich würde uns auch eure Meinung interessieren, wenn Ihr das Brot nachgebacken habt.

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3 Kommentare

  1. Rouwen Konz
    Erstellt am 2. Dezember 2009 um 18:51 | Permanent-Link

    Super vielen Dank für die Rezepte. Vor allem der “Mehltyp” hat mir immer gefehlt!
    Als Dank Musik für die Küchenliebhaber:

    http://de.sevenload.com/sendungen/Konspirative-KuechenKonzerte

    1.2.3. Tanzen!

    LG

    rk

  2. Erstellt am 10. Dezember 2009 um 21:57 | Permanent-Link

    Besser das Wasser mit einem Sprühdings in den Ofen sprühen, denn zuviel Feuchte im Ofen ist auch nicht gut. Wohl deshalb ist das Brot unten weich geblieben. Ebenfalls wichtig, das Backblech mit dem Ofen aufheizen und das Brot dann aufs Blech schieben.

    Rezepte für gutes Brot, aber auch Berichte über Brotbackpannen, könnte ihr im kochtopf finden. ;-)

  3. Erstellt am 11. Dezember 2009 um 15:21 | Permanent-Link

    Ja stimmt, das kann gut sein! Bei den Kaisersemmeln haben wir es so gemacht. Hat super funktioniert. Der Kochtopf ist schon im RSS-Reader drinne ;-)

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