Der beste selbstgemachte Hamburger

Selbstgemachter Hamburger mit roten Zwiebeln

Es gibt zwei Sorten von Burger, die die Berechtigung haben, sich Burger nennen zu dürfen; Die einen haben einen unverwechselbaren „junkigen“ Geschmack, wie man ihn von McDonalds™ oder Burger King™ kennt. Die anderen sind das komplette Gegenteil. Sie haben nichts mit Fast-Food gemeinsam und heben sich geschmacklich komplett ab. Alles andere dazwischen sind meiner Meinung nach nur Versuche, die eine oder die andere Seite zu kopieren. Ich hatte vor mehr als 4 Jahren meinen ersten kümmerlichen Versuch gestartet, die non-Junk-Food-Seite zu kopieren (wie Peinlich).

Inspiriert durch diverse Rezepte, ein paar Tricks und etwas Erfahrung in der Küche, habe ich gestern eine Non-Junk-Food-Variante zubereitet und ich kann euch nur empfehlen, dieses Rezept auszuprobieren und im Internet zu verbreiten, damit der ganze andere Mist* verschwindet.

Die Idee kam mir, als ich durch Zufall auf diese Seite gestoßen bin. Das Hamburger-Brötchen sieht echt klasse aus. Als ich die Zutatenliste gelesen habe lief mir zwar das Wasser im Mund zusammen, aber ich wusste für diese „Instant Mashed Potatoes“ musste eine ökologischere Alternative her; richtiges Kartoffelpüree. Das Brötchen ist geschmacklich der absolute Kracher – es gibt nichts besseres; Schön weich, aber fest genug um nicht nach dem Rösten und Belegen in Einzelteile zu zerfledern.

Natürlich gehört auf so ein Hamburger-Brötchen kein schnöder eingeschweisster Cheddar, abgepackter Speck oder Tiefkühlpatties. Neeee! Hier muss alles stimmen; kräftiger Comté, würziger Bauchspeck und die frischesten Patties! Das ganze wird übertroffen von in Portwein, Soja-Sauce und Balsamico-Essig eingelegte und anschließend eingekochte roten Zwiebeln.

Zutaten
für ca. 4 Personen
  • FÜR DIE ZWIEBELN
  • 3 große rote Zwiebeln
  • 200 ml Portwein
  • 100 ml Soja-Sauce
  • 60 ml Olivenöl
  • 25 ml Balsamico-Essig
  • 2 El brauner Zucker
  • 2 Knoblauchzehen
  • Pfeffer
  • FÜR DIE BRÖTCHEN
  • 350 g Kartoffelpüree (kalt)
  • 225 g Hüttenkäse (körniger Frischkäse)
  • 50 g Zucker
  • 500 g Mehl
  • 50 g Weizenkleie
  • 2 El Öl
  • Salz
  • 42 g Hefe
  • 2 Eier
  • Sesam, Mohn
  • Milch
  • WEITERE ZUTATEN
  • 500 g Rindergehacktes
  • 100 g Comté
  • Tomate
  • Barbecue-Sauce

Zwiebeln

1 Die Zwiebeln schälen und ind ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden. Den Knoblauch fein hacken. Restliche Zutaten gut miteinander vermischen und die Zwiebeln sowie Knoblauch darin gut zwei Stunden marinieren lassen.

2 Die marinierten Zwiebeln in einer Pfanne geben und bei mittlerer Hitze die Flüssigkeit fast vollständig einkochen lassen, bis nur ein wenig sirupartige Flüssigkeit über ist.

Die Brötchen (Original)

1 Den (kalten) Kartoffelbrei zusammen mit Hüttenkäse, aufgeschlagenem Ei, Zucker, Öl und Salz in einer Schüssel gut miteinander verrühren. Anschließend Kleie, Hefe und vorerst die Hälfte des Mehl ca. 5 Minuten unterrühren. Die Masse 10 Minuten ruhen lassen.

2 Nun nach und nach das restliche Mehl einkneten. Das kann per Hand aber auch mit dem Mixer passieren. Die Prozedur sollte ca. 8 – 10 Minuten dauern. Den weichen, elastischen, eventuell noch ein klein bisschen klebrigen Teig in einer eingeölten Schüssel legen. Mit Folie abgedeckt ruhen lassen, bis der Teig sich nahezu verdoppelt hat (ca. 1 Stunde).

3 Nach der Ruhephase den Teig noch mal ordentlich mit den Händen durchkneten, damit das Gas entweichen kann. Den Teig zu einer dicken Wurst formen und ca. 100 – 110 g schwere Stücke abnehmen und diese mit Folie bedeckt weitere 8 Minuten ruhen lassen.

4 Die Stücke zu runden, gleichmäßigen Kugeln formen. Dabei sollten so wenig wie möglich Falten entstehen. Nochmals 8 Minuten mit Folie bedeckt ruhen lassen.

5 Die Kugeln nun mit etwas Mehl, Gries oder Maismehl sanft flach (ca. 1,5 cm dick) drücken. Nun 30 Minuten mit Folie bedeckt stehen lassen und anschließend mit einem Messer bis je zur Hälfte rautenförmig eindrücken. Wer möchte kann auch Ringe o.ä. nehmen.

6 Nun mit 2 El Milch, die Eier verrühren. Mit dem Geschmisch die Brötchen bestreichen und mit der Sesam- und Mohnsaat berieseln. Im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad 20 – 25 Minuten goldbraun backen und auf einem Gitterrost auskühlen lassen.

Patties und Abschluss

1 Aus dem Hackfleisch je 4 120 g schwere Kugeln formen und dabei etwas durchkneten. Nun erfolgt ein Teil, der etwas ungewöhnlich erscheinen mag: Mit einem Topf mit einem Durchmesser von ca. 16 cm. die Hackfleischbällchen auf 0,5 cm Dicke platt drücken und anschließend die Seiten andrücken.

Es kann hilfreich sein, die Unterlage etwas einzufetten.

2 In einer beschichteten Pfanne wenig Öl erhitzen und den Patty darin pro Seite 30 – 45 Sekunden anbraten. Mit dem Topf beschwere, damit der Patty sich nicht aufbläht und zu stark schrumpft. So mit jedem Patty verfahren.

3 Nun die Brötchen aufschneiden und im Ofen anrösten. Die untere Hälfte wie folgt belegen: Sauce, Salat, Tomate, Patty, Käse, Zwiebeln.

* Es mag ziemlich überheblich klingen und ich möchte niemanden zu nahe treten, aber es ist auch an der Zeit, das wir Menschen wieder einen engeren Bezug zu unseren Lebensmitteln erhalten und nicht alles aus der „Konserve“ kaufen.

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Andreas

Andreas kocht liebend gerne und liebt es, gut zu essen. Vor vielen Jahren hat er das Kochen für sich entdeckt und in der Zeit viel versalzen, viel verkocht oder sonstwie ungenießbar serviert. Aber immer dazugelernt, so dass er heute zumindest kein schlechter Koch ist.

24 thoughts on “Der beste selbstgemachte Hamburger

  1. Ich werd ja nicht mehr! Und das am ersten Feiertag (gelesen)

    Alleine das Rezept vom Zwiebelkonfit und den Brötchen zu lesen, ist echt gemein heute. Und die Idee mit dem Comté im Fleisch ist genial lecker. Es ist wahrscheinlich das beste Burgerrezept, das ich je gelesen habe.

  2. Kennst du den Burger von Heston Blumenthals „In Search of Perfection“? (-> Youtube) Den wollte ich in Kürze mal ausprobieren, allerdings hat der keine so genialen Zwiebeln drauf wie du ;-)

  3. Nein, kannte ich nicht und ich bin hellauf begeistert, sprachlos und fasziniert zugleich. Meinen Burger kann ich nur noch besser machen, indem das „Hack“ selbst durch den Wolf drehe!

    Es ist total erstaunlich wieviele Faktoren er beachtet, recherchiert und einfließen lässt, damit sein Burger, der PERFEKTE Burger wird. Die Liebe zum Detail ist wahnsinnig und genial zugleich!

    Ich bin also doch noch nicht angekommen… ;-)

  4. Wow, das klingt ja phantastisch. Bislang habe ich mich noch nie an Burger herangetraut, werde das aber mal vielleicht doch versuchen. Ich bin ja von der älteren Generation und koche eher gutbürgerlich ;)

    Viele Grüße aus Ostfriesland.
    Aunt Meggie

    P.S. Bist Du an einem Blogtausch interessiert? Ich schreibe ja auch auf aunt-meggie.de einen Kochblog und würde mich darüber sehr freuen.

  5. Hallo Meggie,

    auch wenn Hamburger sehr Fast-Food-Anmutend sind, gibt es Varianten – wie diese hier – die es echt in sich haben und sich locker von den Ketten abheben.

    P.S.: Ich habe dich nun auch verlinkt.

  6. Hallo,

    sehr geiles Rezept. Danke dir dafür. Werde das heute Abend mal Probieren. Das Brötchen werde ich aber erst nächstes mal selber machen. Das ist mir gerade zu viel Aufwand :)

    mfg

    Ralph Absalon

  7. Hallo,

    ja, ich bin schon sehr gespannt. Herzlichen Dank für Deine Verlinkung, auch ich habe soeben Deinen Link auf meiner Seite veröffentlicht!

    Beste Grüße aus Ostfriesland
    Aunt Meggie

  8. Es erfüllt mich ja schon mit leichtem Stolz, dass „mein“ Link es bis in den Blog geschafft hat! ;-)

  9. was meinst du mit Kartoffelpüree- einfach nur gekochte kartoffeln in teig pressen – oder -Kartoffelpüree klassisch aus der küche als beilage. lg

  10. Püree aus gekochten, gepresseten und mit Flüssigkeit zubereiteten Kartoffelpüree. Laut Originalrzept kann man auch Instant-Kartoffelbrei nehmen.

  11. absolut weltklasse !!!!!!!!!!!!

    nix mehr maces und co –

    blos das hackfleisch schmeckt mit Barbecue-Sauce und frisch geschrotetem peffer beim anmachen besser – und das fleisch nochmal ruhen lassen . ich danke für dieses rezept – nix mehr anderes .

  12. kartoffeln gekocht – und so in den teig verarbeitet – kenn ich aus anderen rezepten mit hefe teig – zb -lauchkuchen , einwandfrei – denke kartoffelbrei braucht der teig nicht ,er lebt rein von der knolle .

  13. Ja der Burger hat es uns auch angetan. Mit dem Fleisch müssen wir auch noch mal rumprobieren. Ich denke, beim nächsten Mal probiere ich die Heston-Blumenthal-Methode aus (siehe youtube).

    War das Brötchen den auch weich und fluffig genug?

  14. absolut -das brötchen geil -habs aber mit mehl 550 gemacht – ist bisschen wertvoller als das mehl 405 . lohnt immer das mehl zu ersetzten – wenns hochwertiger ist – und die 30 cent mehr ,spielen keine rolle . ja und die zwiebeln hammer ,hammer .

  15. […] Simone ihre Burger mit Rote Beete Relish präsentierte und auch Steffen sich mit seinem (wirklich!) perfekten Burger zu Wort gemeldet hat war es auch im Hause Hansen mal wieder Zeit. Eigentlich steht der perfekte […]

  16. notiz an mich: auch wenns lecker ist, man muß es nicht komplett aufessen.

    glückwunsch zu diesem super hamburger rezept! mir ist der teig nicht so gut gelungen, aber das gesamtgeschmackserlebniss war gerade DER HAMMER!

  17. wow! ich hab diesen burger gestern gestern nachgekocht und was soll ich sagen?
    der geilste hamburger den ich je gegessen habe. das fleisch – die sauce – das brötchen. mega lecker. ich hab übrigens auch die kartoffeln einfach nur gestampft.

  18. Vielen Dank für dieses Rezept!
    Ich bin von den Brötchen begeistert. Schön flauschig und trotzdem stabil.
    Werd ich jetzt immer so machen.

  19. Mir läuft schon das Wasser im Munde… Bin grad beim Zubereiten und stolpere über die Mengenangaben im Brötchenrezept. Es sind 2 Eier angegeben. Sowohl für die Brötchen als auch für die Eistreiche zum bepinseln werden Eier benötigt. Wieviel Eier kommen wo rein? Ich hab jetzt zwei in den Teig getan und nehme dann noch ein Ei für das Bepinseln… Mal sehen wie die Brötchen werden. Hunger!

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