Wie man einen guten Teig macht, dürfte mittlerweile bekannt sein. Steffen`s Rezept für einen Pizzateig dürfte dem Original wohl recht nahekommen (wenn es das überhaupt gibt), dürfte über jeden Zweifel erhaben sein. Aber uns Hobbyköche eint wohl alle ein Problem: Wie kriegen wir die Pizza so richtig schön knusprig wie man das aus dem Italienurlaub idealerweise kennt? Wie bekommt man es hin, dass der Teig diese wunderbare braune, teils angeröstete Farbe bekommt? Mit der Pizza auf dem Blech im heimischen Ofen dürfte das funktionieren, aber eben doch nicht in Perfektion.
Die Lösung könnte also ein Pizzastein sein, wie es ihn mittlerweile im Internet und in gut sortierten Haushaltsabteilungen gibt, meist zusammen mit einem passenden Schieber, um die geformte Pizza auch perfekt auf dem Stein platzieren zu können. So war es also nun an der Zeit mal einen selbigen zu testen, der mir freundlicherweise von www.pizzastein.com zur Verfügung gestellt wurde.
Um auch einen ordentlichen Vergleich zu haben, habe ich nicht nur den Pizzastein getestet, sondern parallel auch die Blech-Variante. Los ging es wie immer schon zwei Tage vorher: Teig zubereiten und ihn mal machen lassen.
Die Teiglinge habe ich dann eine Weile vor der Zubereitung aus der Kühlung genommen. Anschließend direkt auf dem Schieber Mehl ausbreiten und darauf den Teig formen. Man kann es natürlich auch normal auf der Arbeitsfläche machen. Dann sollte man nur aufpassen, dass der ausgerollte Teig nicht zu groß für den Schieber wird. Den Teig wie gewünscht belegen, zum Schluss noch ein Schuss Olivenöl über die Pizza geben und ab auf den Pizzastein damit, welcher sich vorher mindestens 45 Minuten auf höchster Stufe im Backofen aufheizen durfte. Das Ablegen der Pizza auf dem Stein erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Wichtig ist, dass genügend Mehl auf dem Schieber ist, damit die Pizza sich auch lösen kann. Anschließend Ofentür zuklappen, vor den Ofen setzen und beobachten. Nach kurzer Zeit sollte man schon sehen, dass der Teig anfängt zu arbeiten. Der Mozzarella verläuft schnell, der Teig fängt hier und da an Blasen zu werfen. Laut Hinweis, der mit dem Pizzastein mitgeliefert wurde, sollte die Pizza innerhalb von fünf Minuten nun fertig sein. Goldbraun, versteht sich. Das konnte ich im Test allerdings nicht nachvollziehen. Nach fünf Minuten habe ich die Pizza mal testweise leicht angehoben. Der Teig war noch nicht wirklich knusprig. Trotz des äußerst dünnen Teigs. Nach fünf weiteren Minuten war er das dann aber. Allerdings fehlte die gewünschte Farbe nahezu völlig. Von oben wie von unten. Und dieses letzte i-Tüpfelchen kann der Pizzastein trotz Steinofenatmosphäre leider nicht liefern. Lag wahrscheinlich am Herd, der in seinen Temperaturspitzen offenbar limitiert ist und es einfach nicht fertig bekommt, den Stein wirklich so heiß werden zu lassen, dass der Teig auch Goldbraun wird. Ein bisschen Farbe in den Teig bekommt man dann aber doch, wenn man kurz vor Ende noch kurz die Grillfunktion des Backofens einschaltet. Da heißt es aber aufzupassen, damit weder Teig noch Belag verbrennen. So lassen sich ein paar der typischen dunklen Flecken auf den Teig zaubern, der dadurch auch nochmal an Geschmack gewinnt.
Mit dem Backblech geht es natürlich auch. Es dauert allerdings ein paar Minuten länger bis der Boden die gewünschte Knusprigkeit aufweist. Mit der Grillfunktion lässt sich dann auch so der gewünschte Färbungseffekt erzielen. Wie beim Pizzastein aber auch eben leider nur auf der Oberseite.
Fazit: Beide Methoden liefern eigentlich keine gravierenden geschmacklichen Unterschiede. Auf dem Blech dauert`s ein bisschen länger. Dafür braucht der Pizzastein natürlich erstmal genügend Vorlaufzeit, um auf Temperatur zu kommen. Im Zeitalter von ständig steigenden Strom- und Gaspreisen ist das natürlich ein Minuspunkt. Allerdings: Das dürfte auch stark vom Backofen abhängig sein. Hat man einen Backofen, der Temperaturen von bis zu 300°C unterstützt, dürfte sich auch der gewünschte Bräunungseffekt einstellen. Alles in allem ist ein Pizzastein also vielleicht ein nettes Gimmick für einen Abend mit Freunden, um Steinofenpizza backen zu können. (Wobei er da auch schon wieder ein wenig unpraktisch ist, da man immer nur eine Pizza backen kann.)
Das Ergebnis habe ich letzte Woche auch noch mit meinem italienischen Koch des Vertrauens diskutiert. Im Ergebnis hat er mir den Tipp gegeben, beim nächsten Mal noch ein wenig Zucker in den Teig zu geben, damit er dann auch eine bräunliche Farbe bekommt. Wird beim nächsten Mal probiert. Letztlich konnte sich das Ergebnis trotzdem sehen lassen (das war im Übrigen der Versuch vor dem Einsatz der Grillfunktion).
Gutes Gelingen beim Selbstversuch!
Ähnliche Rezepte, Artikel oder Beiträge



















7 Kommentare
Danke für den Vergleich. Hatte gestern beim Einkaufen erst so einen Pizzastein in der Hand, war mir aber nicht sicher, ob der wirklich so viel bringt. Da unser Ofen nicht bis 300°C kommt, spar ich mir dann lieber das Geld. ;)
Sehr hilfreich – vielen Dank für die Mühe, die ihr euch gemacht habt! Eure Pizza sieht wirklich toll aus und kommt demnächst auch bei mir auf den Tisch :-) Grüßle, Winniepatschi
Ich habe schon seit einiger Zeit einen Pizzastein und den möchte ich nicht mehr hergeben. Die Pizza wird so einfach viel besser. Und der Boden wird knusprig, das dauert bei mir aber auch so um die 10 Minuten. Richtig braun wird er aber auch nicht, da muss ich dir zustimmen, zumindest nicht von unten.
Hallöle, also wenn ich die Pizza bei uns auf dem Pizzastein (Weber, eigentlich für den Grill) mache wird sie braun. Der Backofen geht auch nur bis 250°C, habe aber noch Polenta im Teig, weiß nicht, ob das am Ende was ausmacht?
Wenn der Pizzastein nur eine geringere Temperatur hat, dauert die Pizza natürlich länger. Bei rund 220 Grad ca. 20 Minuten. Die Pizza ist dann aber immer noch knusprig.
Ich habe auch einen Pizzastein und suche nach einer Lösung für die nicht richtig braun werden wollende Kruste. Den Tipp mit dem weniger Zucker benutzen kannte ich bisher noch nicht. Den muss ich auf jeden Fall einmal ausprobieren, denn vom Stein ist der Teig zwar lockerer, aber wenn er halb gebacken aussieht, ist es halt auch nicht so toll.
Ich hab jetzt meinen Pizzastein schon mehrere Jahre und da wir alle Pizzafans hier sind möchte ich ihn auch nicht mehr hergeben. Der Pizzastein mit ca. 3 cm dicke (ich habe auch noch einen dünneren, aber der tuts bei weitem nicht so gut) ist in ca. 15 Minuten bei 260 Grad aufgeheizt, dann kommt die Pizza 4 Minuten drauf, und danach nochmal 1-2 Minuten die grillfunktion. Lecker…. überigens ich nutze den Stein auch für Brötchen und Brot, klappt auch hervorragend!
Ein Trackback
[...] Während manche Pizze nach italienischem Vorbild mit hauchdünnem Boden, vorzugsweise in einem Steinofen gebacken, bevorzugen, lieben andere die Pizza nach dem amerikanischen Ideal: dicker Boden mit viel [...]